"Masterplan Wolfsberg 2030" wurde im KUSS der Bevölkerung präsentiert
21. October 2021

Der Masterplan „Wolfsberg 2030“ wurde gestern, Mittwoch in einer öffentlichen Informationsveranstaltung im KUSS-Veranstaltungszentrum präsentiert. Ausgangslage für den Masterplan waren die Ergebnisse der im Vorjahr durchgeführten BürgerInnenbefragung. Das daraus abgeleitete Leitbild für Wolfsberg bildete wiederum die Grundlage für den Masterplan, der in 13 Einzelprojekten Maßnahmen für die Stadtentwicklung vorschlägt. Bürgermeister Hannes Primus dazu:  „Das sind Ideen und Visionen, die uns eine Marschrichtung vorgeben. Die Projekte wollen wir jetzt vertieft diskutieren und einzeln in den vorgesehenen Gremien wie dem Gemeinderat weiter behandeln.“

Nach der Vorstellung der Vorgehensweise im Stadtentwicklungskonzept durch Günther Rampitsch (Abteilungsleiter Umwelt und öff. Verkehr) ging Rainer Rosegger (Agentur Scan) auf die Ergebnisse der BürgerInnen-Befragung ein. Der Rücklauf betrug 2.000 beantwortete Fragebögen, was einer Teilnahme von rund 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung entspricht.

Gereiht nach Wichtigkeit wurden von der Bevölkerung folgende fünf Maßnahmen am stärksten gewünscht: „Steigerung der Aufenthaltsqualität“, „Sanierung von Wohnungen“, „Angebot für Kinder und Jugendliche“, „Mehr Grün und Wasser in der Innenstadt“, „Attraktivierung des Lavantufers“. Zugleich wurde konkreter Handlungsbedarf beim Thema „Parkplätze“, „Geschäftsvielfalt“ und „ansprechende Gastronomie“ angegeben.

Das daraus entwickelte Leitbild Wolfsberg fasste Architekt Johannes Wohofsky in drei Schwerpunkte zusammen:

  1. Öffentlicher Raum und Wohnen: Innerstädtisches Wohnen fördern, „Grätzl-Bildung“, „Begegnungszonen und andere verkehrsberuhigende Maßnahmen“ schaffen.
  2. Grünraum: Schaffung von Grünen Inseln, Bekämpfung von „Heat Islands“/große Betonflächen, Grünräume weiterentwickeln, Ausbau der blauen Infrastruktur (Wasser auf Plätzen sichtbar machen).
  3. Mobilität: Fahrradfreundliche Gemeinde, intelligente Bewirtschaftung von Parkplätzen (Kurz- und Dauerparkplätze), Ausbau Begegnungszone, Aufbau eines smarten Verkehrsleitsystems.

Wohofksy ging in seiner Präsentation auf fünf Einzelprojekte ein (alle 13 Projekte sind im Dokument Masterplan auf www.wolfsberg.at detailliert angeführt): Den Weiherplatz, die Zone Sporergasse/Hecher, den Bereich Bahnhof, den Lavantkai, und die Obere Stadt. Die verbindenden Ideen dabei: Vervollständigung des Radweges R10 durch die Innenstadt, Aufwertung des Bahnhofplatzes (in Verbindung mit der Stärkung der Bahninfrastruktur durch den Koralmtunnel), neue Naherholungszonen (begrünte Plätze, Lavantkai), Eindämmung des Durchzugsverkehr.

Abschließend  gab Gernot Rüf (Leiter der Abt. Infrastruktur) einen Ausblick auf bevorstehende Baumaßnahmen am Getreidemarkt, wo der Umbau mit Bepflanzung von Bäumen und teilweiser Freilegung des Schossbaches im nächsten Jahr durchgeführt werden soll. Insgesamt, so Rüf, sollen in Zukunft in der städtischen Infrastruktur vermehrte Pop-up-Elemente (z.B. vorübergehende Einbahnen, Platzmöblierungen oder befristete Umnutzungen von Flächen) zum Einsatz kommen. Bei diesem Thema arbeitet die Stadt Wolfsberg mit dem Institut für Städtebau an der TU Graz zusammen.

Das letzte Wort in der Masterplan-Vorstellung gehörte Bürgermeister Hannes Primus: „Jetzt müssen wir schauen, wie die Ideen funktionieren können und werden in weiterer Folge vor allem mit den leistbaren Dingen anfangen. Die Pläne sind am Tisch, die Diskussion ist eröffnet!“

Foto: Das Masterplan-Projektteam bei der Präsentation im KUSS, von links: Lisa Schatz und Rainer Rosegger (beide Agentur Scan), Eva Schatz (Stadtmarketing), Günther Rampitsch, Bürgermeister Hannes Primus, Benjamin Melcher (Architekturbüro balloon), Gernot Rüf.