Artenschutzprojekt für die Sturzbach-Gämswurz
08. July 2019

Die Sturzbach-Gämswurz (Doronicum cataractarum) ist ein Endemit der Koralpe und kommt ausschließlich entlang kleiner Bäche und Quellfluren in dem Gebiet zwischen Großem Speikkogel im Süden und Weißwasserbach im Norden vor.

Sie ist eine üppige, gelbblühende Hochstaude mit einer Größe von rund einem Meter.
Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Seltenheit gilt die Sturzbach-Gämswurz (Doronicum cataractarum) als extrem sensibel und gefährdet.
Sie ist einem vielfältigen Nutzungsdruck (Schigebiete, Quellfassungen, Wasser- und Windkraft, Tourismus und Almwirtschaft) ausgesetzt.

Unser Ziel muss es sein, dass die Sturzbach-Gämswurz nicht zu Schaden kommt. Erlischt ihr Vorkommen, ist die Art unwiederbringlich verloren und ausgestorben.
Nahezu jede/r KärntnerIn kennt den vom Aussterben bedrohten Sibirischen Tiger (Panthera tigris altaica). Die seltene Wulfenia (Wulfenia carinthiaca) ist zumindest unter BlumenliebhaberInnen weithin bekannt. Aber die Sturzbach-Gämswurz (Doronicum cataractarum), mindestens genauso selten und gefährdet, ist nahezu unbekannt.

Die Sturzbach-Gämswurz kann leicht mit der Österreichischen Gämswurz verwechselt werden, die in diesem Gebiet auch häufig vorkommt. Die Sturzbach-Gämswurz ist jedoch ausschließlich und unmittelbar an fließenden Gewässern beheimatet und an ihren herzförmigen Grundblättern, ähnlich der Sumpfdotterblume, zu erkennen.

Nach dem Motto: „Nur was man kennt, kann man schützen“ wurde auf Initiative der eb&p Umweltbüro GmbH von der Unterabteilung Naturschutz und Nationalparkrecht beim Amt der Kärntner Landesregierung ein Artenschutzprojekt für diese Kärntner Besonderheit gestartet.
Hierfür wurde im Juli 2018 das potentielle Verbreitungsgebiet begangen und alle aktuellen Fundpunkte (Standorte) erfasst. Zu jedem nachgewiesenen Standort wurde die Bestandsgröße, die mögliche Gefährdung und der Maßnahmenbedarf dokumentiert.
Mit Hilfe eines Folders soll die Bevölkerung auf diese Lavanttaler Besonderheit aufmerksam gemacht werden. Die Folder sind bei den Gemeinden Wolfsberg, St. Georgen, St. Andrä und Frantschach-St. Gertraud, sowie beim Land Kärnten und der eb&p Umweltbüro GmbH erhältlich.

Foto: Vorstellung des Artenschutzprojektes, von links Bgm. Hans-Peter Schlagholz, Naturschutz-Expertin Dr. Susanne Aigner, Bgm. Peter Stauber, DI Jürgen Petutschnig (Umweltbüro), Mag. Christian Kau (Naturschutz Landesregierung) und Bgm. Karl Markut