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WOLFSBERG in kärnten

Wolfsberg war und ist die Heimat vieler bekannter Literaten und Künstler wie zB Christine Lavant, Gerhart Ellert, Switbert Lobisser ua.

Christine Lavant wurde 1915 als Kind einer Bergarbeiterfamilie in Großedling geboren. Ein hartes und entbehrungsreiches Leben öffnete ihr den Weg nach Innen und half ihr dabei, neue künstlerische Ausdrucksformen zu finden.

Armut und Bescheidenheit wurden zu den Ausgangspunkten einer abenteuerlichen Sprachreise in die Welt der Gefühle, die sie in ihrer Lyrik so meisterhaft zum Ausdruck bringt.

Christine Lavant, die Große der heimischen Literaturszene, hat schon zu Lebzeiten das Interesse der internationalen Fachwelt geweckt. Heute gibt es in Wolfsberg eine Christine-Lavant-Gesellschaft, die in Zusammenarbeit mit der Stadt auch den Christine-Lavant-Lyrikwettbewerb veranstaltet.

Gertrud Schmirger (26.01.1900 - 07.05.1975) wurde als Schriftstellerin unter ihrem männlichen Pseudonym Gerhart Ellert bekannt. Die in Wolfsberg geborene Schmirger schrieb zahlreiche historische Romane und Reisebeschreibungen und wurde 1959 mit dem Österreichischem Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet.

Lobisser, Habernig und Schüßler
Der in Tiffen in Kärnten geborene Switbert Lobisser (1878 – 1943) hat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vom Lavanttal aus neue Maßstäbe für die Bildende Kunst gesetzt.
Lobisser trat 1899 in das Benediktinerstift St. Paul ein und studierte von 1904 bis 1908 im Auftrag des Stiftes an der Wiener Akademie. Als ausgebildeter Zeichenlehrer kehrte er nach St. Paul zurück, um dort bis 1932 als Benediktinermönch, Leiter des Forstamtes und Lehrer am Stiftsgymnasium zu wirken. Lobisser, der vom Studium der Natur begeistert war, machte sich ab 1917 mit Ölbildern, Aquarellen und Zeichnungen, v.a. aber mit Holzschnitten und monumentalen Wandbildern einen Namen. Er schuf Fresken für das Benediktinerstift St. Paul, den Klagenfurter Dom, das Kärntner Landhaus und zahlreiche Kirchen, private und öffentliche Gebäude. 1932 verließ Lobisser den Benediktinerorden und das Lavanttal, um fortan in Klagenfurt ein weltliches Leben zu führen. Nach dem tragischen Tod seiner Lebensgefährtin Eva widmete er sich ausschließlich der Kunst und näherte sich immer mehr der nationalsozialistischen Ideologie. Lobissers Schaffen, das sich seit jeher an den Werken der altdeutschen Meister orientierte, die Geheimnisse der Natur zu umschreiben versuchte und dem bäuerlichen Realismus huldigte, paßte in das Konzept der nationalsozialistischen Machthaber. Sie erkannten in Lobissers Werken "für ein neues völkisches Bewußtsein relevante Themen, wie Mythos der Scholle, Saft und Kraft des gesunden Bauernstandes, Verherrlichung der Mütter." (Arthur Hanzer: Switbert Lobisser, 1982/83). Switbert Lobisser starb am 1. Oktober 1943 in Klagenfurt.

Zu den Größen der Vergangenheit zählen auch Josef Benedikt Habernig, Carl v. Demelt,  Matthias Zwischenberger und Karl Schüßler, während unter den Zeitgenossen vor allem Pepo Pichler oder Walter Melcher zu erwähnen sind.