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WOLFSBERG in kärnten

Landpartie

Im Umland der Stadt Wolfsberg gibt es zahlreiche historische Gebäude zu besichtigen, die als "Steinerne Zeugen" der Vergangenheit die Zeiten überdauert haben. Darunter zahlreiche Burgruinen und Schlösser, alte Kirchen und Kapellen.

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Eine Sehenswürdigkeit besonderer Art ist das Schloss Waldenstein, das sich im Waldensteiner Graben im Norden des Gemeindegebietes erhebt. Waldenstein wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts im Auftrag des Bistums Bamberg erbaut, das zu jener Zeit im Waldensteiner Graben den Abbau von Eisenerz betrieb.

Die ursprünglich romanische Burganlage wurde im Laufe des 15. Jahrhunderts im gotischen Baustil umgebaut und erweitert. Im 16. Jahrhundert war Waldenstein unter dem evangelischen Landes- und Feldhauptmann Hans Ungnad von Sonnegg (1483 – 1564) ein Zentrum der Reformation. Ungnad investierte einen Teil seines Vermögens in eine Druckerei in Urach bei Tübigen, wo der evangelische Landpfarrer Primus Trubar mit Hilfe Georg Dalmatins Luthers Schriften ins Slowenische übersetzte. Als die Druckanstalt in Urach aufgelassen wurde, sollen eine Druckerpresse und die alten glagolitischen, cyrillischen und lateinischen Lettern nach Waldenstein gebracht worden sein. Später wurden diese Kostbarkeiten von französischen Soldaten verschleppt.

Um das Schloss, das 1851 von Graf Hugo Henckel von Donnersmarck erworben wurde, ranken sich zahlreiche Legenden. 1669 soll der Kornett (Fähnrich) Peter Eckhard von Peckern vom Waldensteiner Burgherren aus Eifersucht in ein dunkles Verlies, die sogenannte "Kornettkeusche" gesperrt und damit dem Hungertod überlassen worden sein. Ehe der unglückliche Kornett starb, hinterließ er an der Zellenwand eine mit Blut geschriebene Botschaft: "Oh Richter, richte recht! Denn du bist Herr, und ich bin Knecht. Wie du wirst richten mich, so wird Gott einst richten dich!" 1835 vertonte der Wolfsberger Josef Ritter von Rainer-Harbach auf Schloss Waldenstein ein Gedicht von Johann Thaurer Ritter von Gallenstein. Das Lied wurde 1911 offiziell zum "Kärntner Heimatlied" erklärt.

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Die Kirche von Gräbern zählt zu den ältesten Gotteshäusern des Lavanttals. Der Bau der Kirche soll der Legende nach auf die heilige Hemma (ca. 995– nach 1044), die Kärntner Landesheilige, zurückgehen. Hemma verehelichte sich mit dem angesehenen Grafen Wilhelm von Zeltschach, der später einen Aufstand der Görtschitztaler Knappen so blutig niederschlug, das er beschloss, zur Sühne für seine Taten eine Reise ins Heilige Land zu unternehmen.

Wie die Legende berichtet, erkrankte der Graf auf der Rückreise so schwer, das er bereits völlig entkräftet das Lavanttal erreichte. Er machte bei einem Bauern in der Auen Rast, wo er nach wenigen Stunden an den Folgen seiner schweren Krankheit starb.

Zuvor musste ihm der Bauer aber noch versprechen, seinen Leichnam auf einen Karren zu legen, zwei Kalbinnen davor zu spannen und die Tiere frei laufen zu lassen. Wo sie die erste und die zweite Rast einlegen würden, sollte man je ein Steinkreuz errichten. An der dritten Raststelle der Tiere wollte der Graf begraben werden.

Der Bauer erfüllte den letzten Wunsch Wilhelms, und seine Tiere legten in Gräbern die dritte Rast ein. Im Jahr 1043 soll die heilige Hemma über dem Grab ihres Gemahls, an dem sich bald einige Wunder ereigneten, eine kleine Kirche errichtet und drei Linden gepflanzt haben.

Die Kirche von Gräbern, die im Volksmund auch als "Wilhelmskirche" bezeichnet wird, war im Laufe ihrer Geschichte immer wieder das Ziel von Pilgern und Wallfahrern, die an der Grabstätte Wilhelms beteten, um durch seine Fürbitte von schweren Krankheiten, vor allem Kopfkrankheiten, geheilt zu werden.

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In unmittelbarer Nachbarschaft liegt die Ortschaft Prebl, die untrennbar mit dem Namen des großen Arztes und Gelehrten Theophrastus Bombastus von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus, verbunden ist. Paracelsus soll zu Beginn des 16. Jahrhunderts als einer der ersten das Preblauer Heilwasser einer genauen Analyse unterzogen haben. Heute ist das Preblauer Heil- und Mineralwasser in ganz Europa ein Begriff.

Die Ortschaften St. Margarethen und St. Michael, im Westen der Stadt Wolfsberg gelegen, sind uralter Siedlungsraum. Zentral im kleinen Ort St. Michael befindet sich das alte Kloster Karmel-Himmelau vom Orden der Karmelitinnen.

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Antike Steindenkmäler findet man in St. Jakob bei Wolfsberg, wo die gotische Kirche mit dem barocken Hochaltar ein interessantes Ausflugsziel für Kunstinteressierte ist. St. Marein, im Südwesten von Wolfsberg gelegen, gilt als Urpfarre des Lavanttals.

Schon in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts soll es hier eine Kapelle gegeben haben. Die zweitürmige Kirche Maria Himmelfahrt, deren spätgotisches Südportal noch alte Steinmetzzeichen trägt, bewahrt in ihrem Inneren zahlreiche Kunstschätze: u.a. die prächtige gotische Kanzel (1250), die zahlreiche geschnitzte und vergoldete Figuren trägt.

Eine Sehenswürdigkeit ist auch das Schloss Thürn, das im Mittelalter auf einem Hügel des Saualpenausläufers erbaut wurde.

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Der Turm stammt noch aus dem 13. Jahrhundert. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz.

In St. Stefan erinnert vieles an die bekannte Dichterin Christine Lavant, die im Friedhof von St. Stefan begraben liegt. Südöstlich der Ortschaft erhebt sich die Burgruine Hartneidstein, ein beliebtes Ausflugsziel. Die Burg, die im Mittelalter in bambergischem Besitz war, wurde von den Türken schwer in Mitleidenschaft gezogen.

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Im Norden von Wolfsberg liegt schließlich die Ortschaft Theißenegg, eines der schönsten Blumendörfer Kärntens. In 1.100 Metern Seehöhe findet man diesen herrlichen Blumengarten, der bei jedem Besucher einen besonderen Eindruck hinterläßt. In Theißenegg, das auf eine mehr als 700jährige Geschichte zurückblicken kann, erhebt sich die alte Kirche St. Magdalena, eine der eindrucksvollsten Wehrkirchen des Lavanttals. Das Gotteshaus, das in seinem Kern noch romanisch ist, wird von den Resten einer alten Wehrmauer umgeben.